Hallo allerseits!
Pünktlich wie immer steht das monatliche Comic- und Mangalesen auf dem Programm, heute zum zweiten Mal in Form eines Lese-Wochenendes (nur echt von und mit den Awkward Dangos). Diesmal ist es dank Feiertag sogar ein extralanges Wochenende - na, wer von euch hat sich heute freigenommen? Ich nämlich nicht, haha.
Ha.
ha...
Gut, kommen wir lieber mal zur Leseplanung, die stimmt im Gegensatz zu meinen Aussichten auf Urlaub fröhlich. Und da das Wochenende lang wird, ist auch die Planung umfangreich. Gelesen wird:
Thermae Romae
Rom und Japan seien sich gar nicht so unähnlich, meint die Autorin dieses Manga, denn beide Länder, beide Kulturen lieben und zelebrieren das Bad. Es liegt also nahe, sie miteinander zu verbinden, auch wenn sie in der Realität keinerlei Berührungspunkte hatten. Man lässts also moderne Japaner von Rom lernen und sich inspirieren? Nä, das ist langweilig. Umgekehrt muss es laufen!
Shonen Shojo
deutsche Ausgabe von EMA
Vor langer, langer Zeit, da war Egmont Manga noch ein guter Verlag. Seit der Gründung war gar nicht so viel Zeit vergangen und nicht wenige Mitarbeiter erinnerten sich noch an die Zeit, als man noch Feest Comics hieß und zwar unter der Fuchtel von Egmont Ehapa stand, aber dafür tausende unentdeckte Möglichkeiten vor sich hatte. Diesen Experimentiergeist behielt man noch einige Zeit bei, und in diese Zeit fallen solche Titel wie Homunculus, Hiroki Endos Kurzgeschichten, und eben auch Shonen Shojo. Auch das sind im Grunde Kurzgeschichten, allerdings für so ziemlich jede Altersgruppe, die noch irgendwie an Comics interessiert ist.
Initial D
In Deutschland fährt man um vier Uhr nachts auf die AVUS, in Japan, oder zumindest in der Akita-Präfektur, liefert man um diese Uhrzeit Lebensmittel an Berghotels aus. Zumindest kennt das der Protagonist von Initial D nicht anders. Als also seine Streetracer-Freunde von einem konkurrierenden Team herausgefordert werden, belächelt er beide Seiten nur milde, bis er selbst in die waghalsige Competition hineingezogen wird.
Ja, man muss schon Benzin im Blut haben, um von einem Comic (!) über Straßenrennen und Drifts begeistert zu sein, aber wenigstens ist der Autor oldschool, da kann man immerhin was Spannendes erwarten.
Ushijima, der Wucherer
Was tun, wenn man Geld braucht und keins hat? Dann geht man natürlich arbeiten und spart ein bisschen, aber wenn es eine größere oder aber eine dringende Anschaffung ist, dann reicht das nicht, dann muss man sich Geld leihen. Kredite allerdings werden nicht an alle und nur in bestimmten Höhen vergeben, darum ist die mitunter doch recht illegale Branche der Sofortkredite am Blühen und Gedeihen.
Ushijima ist einer der Leute im Sofortkredit-Business. Seine Zinsen sind astronomisch hoch, seine Tilgungspläne sind brutal und Schulden treibt er schonungslos und skrupellos bis zum letzten Yen ein, gerne auch mit unlauteren Mitteln. Er ist sicher kein Engel. Doch seine Kunden sind es auch nicht, mitnichten. Die sind mitunter sogar noch weit schlimmer. Und das sind ihre Geschichten.
(Ich sollte Klappentexte nebenberuflich schreiben, lol)
Record of Lodoss War
deutsche Ausgabe von Carlsen
Wenn wir schon nicht die Bücher bekommen, dann müssen eben die Mangas herhalten.
Version
Heft 1-3
deutsche Ausgabe vom Tilsner-Verlag
Irgendwas mit Science-fiction, Biotechnologie, Computern, künstlicher Intelligenz usw. usf. Sieht ziemlich oldschool aus, wie eine Kreuzung aus Shirow und Otomo. Leider bekommen wir die komplette Geschichte nie, und auch ich werde mich wohl sehr schwer tun, das letzte erschienene Heft aufzutreiben.
My Home Hero
französische Ausgabe von Kurokawa
Es gibt wohl kaum etwas, das ein Vater nicht für sein Kind tun würde. Er würde sich also selbstverständlich auch mit der kriminellen Unterwelt anlegen, um den Drecksack zu finden und zu bestrafen, der seine Tochter geschlagen hat. Dass das nicht folgenlos bleiben kann, ist ihm klar, aber er hat etwas, das die Yakuza nicht haben: eine Vorliebe für Kriminalromane und damit eine schier unerschöpfliche Ideenquelle, die ihm beim Verstecken und bei der Flucht nützen.
Zumindest habe ich die französische Inhaltsangabe so verstanden. Interessanterweise werden keine Genres außer "seinen" angegeben (das bekanntlich gar kein Genre ist).
Das... sollte fürs Erste genügen. Anders als bei Lesenächten habe ich jetzt das Problem, dass ich zwar drei volle Tage zur Verfügung, aber nicht wirklich viel Zeit zum Lesen habe, also werde ich einfach jede Gelegenheit nutzen. Updates werden daher sehr unregelmäßig kommen.
Nun aber genug der langen Rede, jetzt ist Zeit zum Lesen!
Oh, OK. Warum überhaupt einen RNG nutzen?
Fr., 22:30
Auch abgesehen vom Humor ist Thermae Romae recht anständig. Es fängt klein an: ein paar Episoden, in denen ein römischer Architekt (der auf den Bildern) auf magische Weise nach Japan in der heutigen Zeit gelangt und von dort eine Fülle an Ideen für seine eigenen Projekte holt. Nach und nach steht mehr auf dem Spiel: mal verlangt der Kaiser persönlich nach einem neuartigen Bad, mal soll der Architekt gar ganz aus der Welt geschafft werden. Irgendwann ist es sogar fraglich, ob der Kaiser das neueste Badprojekt noch erlebt. Und zur Zeit ist der Architekt im modernen Japan gefangen.
Ich habe aber noch einen ganzen Doppelband vor mir, der wird mich bis in die Nacht beschäftigen.
Sa, 18:15
Thermae Romae wäre fertig gelesen...
Na ja, eigentlich nicht. Mir kommt es fast vor, als seien die ersten zwei Bände besser; vor allem, weil sie noch episodisch und nur lose zusammenhängend waren.
Der letzte große (bzw. sogar einziger) Konflikt ist dann auch auf der Römerseite wesentlich spannender als auf der japanischen, auch weil wir die historischen Fakten kennen. Aber mit Liebe gemacht war's dann doch - das japanische Problem löst Lucius am besten, denn sein ganzes Wesen ist dafür optimal. Kaiser Hadrian bekommt dafür unerwartete Hilfe vom japanischen Chiropraktiker - quid pro quo.
Ganz nett also - mehr aber leider auch nicht.
Nicht ganz so berauschend war leider auch der erste Band von Record of Lodoss War.
Es erinnert mich an ein japanisches Fantasy-Rollenspiel aus den frühen 90ern. Was genau? Hm, so ziemlich alles. Die Handlung, die Atmosphäre, die obligatorische Heldenreise der Protagonisten-Kackbratze, sogar den riesigen Infodump ganz zu Beginn gibt es. Text-Intros sind ja eine Sache an sich, da kann man lang und breit darüber schreiben, dass das 1:1 aus der klassischen japanischen Literatur entlehnt ist, aber zumindest in einem Comic hätte ich schon erwartet, ein bisschen mehr in die Spielwelt eingeführt zu werden. Kreative Freiheit und so.
Der Comic an sich gefällt mir persönlich auch nicht wirklich. Einerseits ist alles viel zu dunkel, andererseits viel zu überladen:
So was ist immer etwas schwieriger zu lesen. Nicht nur sind die Augen ständig auf den Blickfang gerichtet, die Sprechblasen sind groß und zahlreich, sodass die Augen mehrmals quer über die Seite wandern müssen. Angenehm ist das nicht, das Problem haben aber einige andere Fantasy-Manga auch, aus dem Stegreif könnte ich da .hack//Twilight Bracelet nennen.
Natürlich ist mir die Story im Großen und Ganzen bekannt, wegen dieser bleibe ich auch weiterhin dran, aber ein anderer Zeichner wäre vielleicht einträglicher gewesen.
Mo., 13:35
Tankt Geduld, meine Lieben, ich habe euch einiges zu erzählen.
Lodoss War ist schlechterdings nur mehr vom Selben, sowohl was die Straffung der Story als auch was den Aufbau angeht. Die Story selbst ist eine, die man heute wohl eher als klischeehaft oder Standard bezeichnen würde, also im Grunde interessant, wenn man nur wenig andere Fantasy kennt, und an und für sich mäßig spannend. Der Manga leidet schon an dieser Stelle ziemlich durch die vorgenommenen Kürzungen, man merkt, wie hier ein bisschen Historie und ein bisschen mehr Politik fehlen, also das ganze trockene Zeug, das die junge Leserschaft angeblich nicht will - aber als reine Abenteuergeschichte ist das auch ganz passabel.
Der immer gleiche Seitenaufbau hingegen stört mittlerweile richtig:
![]() |
| Verzeiht den dreisten Klau aus dem Internet, ich bin noch nicht zu Hause, um mein eigenes Exemplar zu scannen. |
Fast jede Seite, die nicht voller Action ist, hat diesen verdammten Blickfang mittig oben. Klar, meistens wird dadurch der gerade agierende Charakter in Szene gesetzt, aber wir sind hier verdammt noch mal nicht in einem Videospiel, das muss doch auch anders gehen. Zumal die Action einigermaßen gut dargestellt wird, in einem relativ guten Lesefluss und ohne die Panels ganz aufzulösen.
Werde ich weiterlesen? Vielleicht. Ich habe immerhin fast die komplette Reihe (mir fehlt noch die Lady von Pharis), wäre zu schade, sie verstauben zu lassen.
Von Blissful Land wollte ich eigentlich noch ein paar mehr Bände sammeln, um sie dann in einer späteren Lesenacht zu lesen, aber mangels Optionen für unterwegs musste ich zu diesen beiden Bänden greifen.
Nun ja, der Ton wurde eigentlich schon in Band 1 vorgegeben und haftet auch konsequent den nachfolgenden an: eine Episode aus dem tibetischen Alltag lässt den jungen Bräutigam und manchmal auch die junge Braut eine neue Seite an ihrem Partner erleben. Vor allem der Junge hat noch einiges zu lernen, was Liebe und deren Ausdruck angeht.
In Band 2 und 3 gibt es ein Stück weniger Romantik und dafür ein bisschen mehr Tibet. Sei es nun der fremdartig anmutende, polygame Familienaufbau, wo eine Frau mit zwei Brüdern gleichzeitig verheiratet wird (anscheinend ein super Mittel gegen Erbstreit) oder die Funktion der Dorfgemeinschaft, wenn regionale Festlichkeiten stattfinden. Besonders Letzteres nimmt viel vom dritten Band ein. Das kann von mir aus gerne so weitergehen, vom jungen Ehepaar kann kaum was neues kommen, da sind die anderen Dorfbewohner dann genau richtig.
Version ist wahrscheinlich das Highlight meiner Planung, aber mindestens das Highlight allen bisher Gelesenen. Es ist aufgebaut wie eine Abenteuergeschichte mit gerade so viel Sci-fi, dass es weder langweilig noch primitiv noch allzu technisch wirkt. Natürlich ist mal wieder die Religion böse, natürlich ist die Menschheit selbst ihr größter Feind und natürlich ist Wissenschaft Fluch und Segen zugleich, das war alles schon mal irgendwo da, aber Sakaguchi (ein Urgestein unter den Autoren, wie sich herausgestellt hat) bringt all das einfach mal vor eine ungewöhnliche Kulisse: die Tiefsee.
Dass die ganze Story auf knapp 600 Seiten untergebracht werden sollte (von denen wir so 480-500 bekommen haben), ist sogar geradezu erfrischend, und sicherlich auch dem konventionellen Seitenaufbau geschuldet, den man meistens auch in amerikanischen Comics wiederfindet:
Ganz klassisch die 9 bis 12 viereckigen Panels, mit denen man recht dynamisch erzählen kann.
Ganz interessant übrigens Folgendes:
Nun denn, hoffentlich hatte das 4. Album noch eine genügend große Auflage und ich kann es irgendwann mal finden.














Hey :)
AntwortenLöschenTatsächlich kenne ich mal wieder nix von deiner Liste^^ wobei ich schwören könnte, dass ich "Shonen Shojo" schon mal in der Bibliothek gesehen habe. Aber näher angeschaut habe ich es mir nicht.
Ich bin gespannt, was du so zu deiner Lektüre sagen wirst.
Ich wünsche dir ein spannendes Lesewochenende :D
Liebe Grüße
Andrea
Mein Beitrag
Hallo Andrea,
Löschen"wobei ich schwören könnte, dass ich "Shonen Shojo" schon mal in der Bibliothek gesehen habe"
Das wäre großartig - der Titel ist nicht nur nach heutigen Maßstäben uralt (2007), sondern hatte auch noch eine ziemlich schwache Auflage. Da nimmt man eigentlich nicht an, dass so was in einer Bibliothek bis heute erhalten bleibt.
Ich bin auch immer wieder erstaunt, was sich in der Bibliothek so alles aufstöbern lässt. Nicht nur in Bezug auf Mangas, sondern allgemein.
LöschenHey und guten morgen,
AntwortenLöschenWow welch tolle und lange Liste auch wenn ich davon nix kenne. Wünsche dir aber viel Spass damit.
Wir lesen uns.
LG Sheena
Danke, Spaß ist da, auch wenn er sich noch in Grenzen hält.
LöschenWieder mal kenne ich nichts bei dir, aber vor allem My home hero hört sich interessant an, vlt entdecke ich gleich neues für meine Wunschliste, die ist ja noch nicht lang genug xD
AntwortenLöschenFrühlingshafte Grüße und viel Spaß =)
Vivka
Hey Bapho,
AntwortenLöschenwie schön, dass du es dieses Mal wieder geschafft hast! :) Hoffentlich wirst du trotz mangelnder Zeit noch viel zum Lesen kommen. Ein hübsches Banner hast du da gemacht,s ehr professionell. XD Aber Inhaltsangabeen schreiben könntest du wirklich gut nebenbei.
Von deiner Auswahl spricht mich dieses Mal nur Version an, das sieht echt cool aus. Die Thematik finde ich ziemlich interessant. Ansonsten sieht die römische Therme noch ganz witzig aus (der Fisch!), aber würde ich wohl nicht lesen wollen.
Viel Spaß noch beim Lesen!
Lena ♥
Hallo Lena,
Löschenich hätte gerne ein passendes Banner von dir genutzt, hätte es eins gegeben. :)
Version hatte ich für später vor. Viel habe ich dazu nicht finden können (der Manga ist auch ziemlich alt und noch aus der Zeit, als japanische Comics noch ein sehr waghalsiges Experiment waren), weiß aber jetzt, dass der Autor kurz vor Schluss verstorben ist und wir wahrscheinlich nicht die komplette Story bekommen haben.
Ich kann mir eigentlich kein passenderes Banner vorstellen als deins. ;) Das ist wirklich schade mit Version!
LöschenHuhu,
AntwortenLöschendie "Record of Lodoss War"-Manga habe ich auch mal gelesen und für recht durchschnittlich befunden. Kann man mal lesen, muss man aber nicht. :P
LG Alica
"und für recht durchschnittlich befunden"
LöschenAus gutem Grund: der Manga konzentriert sich eher auf die Story, und selbst die ist da ziemlich gestrafft.
Eigentlich stammt Lodoss War noch aus der Zeit, als Light Novels tatsächlich Jugendliteratur waren und nicht wie heute Otaku-Fanfiction auf dem handwerklichen (und oftmals leider auch geistigen) Niveau eines Zehnjährigen. Es ist eigentlich in einem Atemzug mit Heroic Legend of Arslan und Crest/Banner of the Stars zu nennen: sie alle bauen ihre Charaktere in eine lebendige Welt ein, die uns dann auch nahe gebracht wird. Soll heißen, Lodoss War hat sehr viel "Lore" und erzählt auch abseits der Haupthandlung sehr viel. Heißt ja nicht umsonst "Record of Lodoss War" und nicht Record of Spark oder so.
Das Problem jeder Manga-Umsetzung von irgendwas ist nun, dass sie vorrangig Werbung und nachrangig Adaption ist, deshalb muss man sich im Voraus klar sein, dass man Abstriche machen muss, sei es nun beim Umfang oder sogar bei der Qualität. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, z. B. führt Mamoru Oshiis "Ghost in the Shell" heute ein Eigenleben und hat mit Shirows Manga nicht wirklich viel zu tun. Aber Ausnahmen bestätigen eben die Regel.
Ich hätte, wie eingangs schon gesagt, viel lieber die Bücher gelesen, aber die gibt's halt bei uns nicht.