Hallo, Freunde der schwarzweißen Sprechblasen aus Fernost! Jeder, der hier gelandet ist, weiß schon längst, wieso, neu ist hier wahrscheinlich wirklich niemand mehr, aber nichtsdestotrotz: auch heute findet wieder eine Manga-Lesenacht statt, wie immer organisiert von Awkward Dangos (wobei nur eine Person dahintersteckt).
Bei Sarah dem Einhorn habe ich viele Worte über Egmonts E-Manga verloren, aber da ich letztens endlich mal dazu kam, ihre Gesamtausgabe von "Another" zu lesen, würde ich allen, die sich dafür interessieren, auch von ihren Hardcover-Ausgaben abraten. Schief gedruckte Seiten sind wir alle gewohnt und nehmen das nur in Extremfällen wahr, aber was ein absolutes Unding ist, ist abgeschnittener Text. Kommt daher, dass man das Layout nicht neu erstellt hat, sondern einfach das der Einzelbände genommen und in das neue Format eingepasst hat. Korrekturlesen scheint heute wohl zunehmend ein Luxus zu sein. Auch das Papier wird so einer Ausgabe nicht unbedingt gerecht, da finde ich sogar das Papier von "Ghost in the Shell" besser. Jenes ist zwar sogar dünner als bei "Another", so dünn, dass die Rückseite deutlich durchscheint, aber es sieht und fühlt sich hochwertiger an.
Aber genug der unangenehmen Dinge, kommen wir lieber zu dem, wofür ihr wirklich hier seid: zu meiner Leseplanung. Da ist dieses Mal viel Resteverwertung dabei, das Meiste gab es schon bei den vorherigen Lesenächten. Gelesen wird im Einzelnen:
Parasyte Band 2 und 3
"Parasyte" kennt ihr inzwischen alle, den brauche ich nicht vorzustellen. Damals war der Wille zum Weiterlesen da, doch irgendwie ist es dazu nicht gekommten. Mal waren die Bände zu groß und sperrig, mal war ich zu müde, mal habe ich den Manga einfach vergessen. Heute ist er wieder mit dabei und wartet auf seine Chance.
Biomega (so viel wie ich schaffe)
Sunny Band 5-6
Auch diese Reihe ist liegengeblieben. Ich hatte sie schon so lange in meiner Leseplanung und auch schon einiges dazu geschrieben, ich sage an dieser Stelle nun schon gar nichts mehr.
Ein Manga von Mitsuru Adachi (zufallsgeneriert, so weit ich komme)
Im Fazit einer der Lesenächte hatte ich zu Protokoll gegeben, ich wollte unbedingt mal einen der bekannten Adachis lesen. Das wollte ich eigentlich schon länger, Adachi ist eigentlich ein gefeierter Autor (auch wenn wir in Deutschland aufgrund seiner Themen und seines Zeichenstils wenig davon mitbekommen), aber seit "H2" schaue ich die anderen Titel mit gemischten Gefühlen an. Ich kann Adachi einfach nicht mehr einschätzen: kann er denn nun gut zeichnen oder nicht? Kann er nun gut erzählen oder nicht? Ich kann es einfach nicht mit Bestimmtheit sagen.
Das gehört aber wohl einfach zu Adachi dazu. Mehr als mich überraschen lassen kann ich auch nicht.
This One Summer
Diesmal ein Comic. Kaisu hatte ihn vor einiger Zeit vorgestellt und ich fand ihn interessant genug, aber erst jetzt hatte ich Zeit und Geld dafür übrig.
Es scheint eine Geschichte übers Großwerden zu sein, einer Zeit eher am Anfang der Pubertät. Ich würde gerne sagen "gibt es wie Sand am Meer", ist aber tatsächlich nicht der Fall. Interessant für mich ist dabei nicht mal die Geschichte an sich, sondern Mariko Tamakis Stil (da ich ihren aktuellen "Hulk" und ihr "Supergirl" so gar nicht mochte und mutmaßte, die Superhelden wären gar nicht ihr Ding) und Jillian Tamakis Zeichnungen, alle in Blautönen gehalten. Mal sehen.
Und zuletzt der einzige neue Titel:
Sweetness and Lightning (so weit ich komme)
Kochen ist notwendig, Kochen kann auch Spaß machen, Kochen muss man allerdings auch lernen - und ums Lernen geht es hier. Alle Protagonisten lernen hier etwas: natürlich vor allem kochen, aber auch auf andere zugehen, mit anderen umgehen - fast wie in dem einen Lied da.
Genug? Genug! Lasst uns endlich anfangen!
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START
19:07
Der allmächtige Würfel hat gesprochen:
Ich... äh... darf mich mit... dummen Blagen vergnügen. Das... klingt falsch. Sehr falsch. Mal sehen, ob es ganz allgemein falsch war, This One Summer zu lesen.
20:37
Das bleibt bis jetzt so. Jillians Zeichnungen sind OK - nichts Umwerfendes, aber zeichnen kann sie. Mariko dagegen...
Und gerade mal 1/5 ist geschafft...
21:14
Nach nur 4 Kapiteln von Tamakis "Supergirl" war Schicht im Schacht. Jetzt lese ich immer noch ihre eigene Geschichte und denke nur "Zu Recht!". Kudos an DC, die entweder rechtzeitig die Reißleine gezogen haben oder schon bei Vertragsabschluss eine Vorahnung hatten. Bei Marvel hat man wohl gleich einen Jahresvertrag unterschrieben.
21:58
Ich
bin
innerlich
tot
.
Einfach
tot
.
Leblos
.
Also...
Wo fange ich da an...
Mir ging's nie um die Geschichte an sich. Sie war sogar besser als ich erwartet habe, und das eine Mädchen, Rose, ist so lebensecht, sie könnte auch eure Nachbarstochter sein. Ihr würdet sie auch total verstehen - da fährt man zum Ferienhaus am Strand, will sich entspannen, Spaß haben, aber es gibt da so was wie andere Leute. Mit ihren Problemen, die man mitbekommt. Und in der eigenen Familie geht es nicht ganz so friedlich zu. Sogar die Sommerfreundin ist irgendwie seltsam. Da möchte man wirklich einfach am liebsten weglaufen, aber man sieht am lebenden Beispiel, dass das nichts löst.
Und genau da kommt Mariko Tamaki und macht alles kaputt.
Wenn man ihre Werke direkt nacheinander liest - "Supergirl - Being Super", 2017er "Hulk" und eben "This One Summer", wird man sofort sehen, was ich meine. Tamaki taucht förmlich in ein zerstörerisches Melodrama ein, bis auf den Grund, hält dann gewissermaßen die Luft an und kommt nicht wieder an die Oberfläche. Es wird weitererzählt, aber über allem liegt einfach diese Trüüüübsal, diese Schweeeeermut, einfach unerträglich. Es hat schon fast sadistische Züge, dass Tamaki sich dessen sogar bewusst ist:
Wie ein ewiges Begräbnis.
Stellt euch vor, das Lied wäre doppelt so lang und ihr wärt gezwungen, es bis zum Schluss zu hören. Wird man ganz kirre von. So ähnlich ist das hier.
Ich lasse jetzt zwar noch mal würfeln:
(Genau was ich brauche, haha.)
aber direkt damit anfangen kann ich einfach nicht, mein Hirn ist einfach zu erschöpft. Brauche eine längere Pause.
23:20
Es kann weitergehen. Für diejenigen, die das Muster beim Würfeln nicht erkannt haben: die Augenzahl entspricht der Reihenfolge in der Auflistung oben, Nr. 6 ist also Sweetness and Lightning. Das mit dem Kochen.
Wer davon zum ersten Mal liest und noch nicht die Animeserie gesehen hat: ein noch relativ junger Mann, Lehrer von Beruf, zieht seine Tochter (ca. 5-6 Jahre) allein groß, da seine Frau sehr früh verstorben ist. Zwei Dinge behindern ihn: er hat eigentlich keine Zeit für Erziehung - und er kann nicht kochen.
Problem Nr. 3: die Tochter muss dringend zum Frisör:
Äh, ja. Eines Tages treffen die beiden im Park beim Hanami auf eine Schülerin des Mannes, die vom Essen ihrer Mutter schwärmt, welche sie zwar versetzt hat, aber immerhin total leckere Sandwiches gemacht hat. So lecker, dass sie alles allein aufgegessen hat. Sie lädt die beiden ins Familienrestaurant ihrer Mutter ein, was dem Lehrer gut passt - seine Kleine ist schon sichtlich unzufrieden mit den Lunchboxen aus dem Supermarkt. Also gehen sie gleich am nächsten Abend hin und erleben eine Überraschung: die Mutter ist nicht da und die Tochter kann nicht kochen. Kein Stück. Aber was nicht ist, kann noch werden.
Das, liebe Kinder, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Die ganze Wahrheit ist sinister. Mehr dazu später.
23:38
Liebe Mädels, was denkt ihr, sind diese Haare verfilzt?
01:05
Mittlerweile mit 3 Bänden durch und das arme Kind hat die furchtbarsten Haare des ganzen Planeten.
Ich habe ja die sinistre Wahrheit erwähnt. Neben dem Kochkurs und den Erziehungstipps findet etwas statt, das ich selbst gar nicht bemerkt habe, sondern erst darauf hingewiesen werden musste: die Schülerin nimmt langsam aber sicher die Stelle der verstorbenen Ehefrau ein.
Es ist so: durch das Kochen entsteht eine etwas intimere Lehrer-Schüler-Beziehung als eigentlich erlaubt ist, und die junge Dame kommt darüber auch ins Grübeln, aber der Lehrer ist einfach nicht an ihr als Frau interessiert. Sie kann aufatmen (der Leser auch), aber damit ist die Sache noch lange nicht vom Tisch.
Das gemeinsame Kochen geht nämlich weiter und sorgt dafür, dass die kleine Tochter sich emotional stark an die Schülerin bindet, sie ist nun fester Bestandteil ihres Alltags, ihre neue Bezugsperson. Das führt dazu, dass sie von sich aus Dinge übernimmt, die eigentlich immer noch Aufgabe des Vaters sind - Babysitting, Lunchboxen zubereiten, die Kleine auch mal abholen kommen usw. Dinge, die normalerweise eine Mutter gemacht hätte. Die macht die Schülerin freiwillig, sie freut sich darauf, sie sorgt sich um die beiden.
Der Vater (der Kleinen, also der Lehrer) hat damit seltsamerweise auch nicht das geringste Problem. Es ist fraglich, ob er es einfach nicht merkt oder ob er es doch stillschweigend akzeptiert. Und dass immer mehr Menschen davon erfahren, die Situation akzeptieren und die beiden sogar aktiv unterstützen, macht die Sache auch nicht besser.
Kochen wird aber aktiv gelernt. Wenigstens etwas.
01:48
Ich breche an dieser Stelle mal ab und gehe ins Bett. Wenn ich nicht sofort einschlafe, schaffe ich vielleicht noch einen Band - vielleicht. Jedenfalls gute Nacht allen, die noch wach sind. Auswertung folgt.
13:55-14:25
Tja, wie heißt es so schön? Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist einfach zu müde. Wir sind damit ohne große Umschweife am
ZIEL
________________________________________________________________________Auswertung:
Statistik - nackte Zahlen, harte Fakten
Eingeplante Titel: 6
davon an-/durchgelesen: 2
Titel, bei dem mehr als ein Band gelesen wurde: 1
Gelesene Bände: 3 plus 1 Comicband
Gelesene Seiten: ca. 895
Lesestart: 19:07
Leseende: ca. 01:48
Gesamtzeit: ca. 6 Stunden 41 Minuten
davon Pausen: ca. 1 Stunde 40 Minuten (die lange Pause plus kleine Kommentierpausen)
Netto-Lesezeit: ca. 5 Stunden
Also ich bin zufrieden.
Dann waren da noch ein paar Fragen:
1) Wie viele Mangabände hast du heute gelesen?
3 Mangabände und einen Comicband.
2) Welcher Manga(band) hat dir heute am besten gefallen?
Sweetness and Lightning Band 3, da werden endlich alle wichtigen Charaktere vorgestellt.
3) Hat dich heute ein Manga enttäuscht?
Jjjjjaaaaaaa, wenn man oben so liest, wird man sehen, dass ich und "Ein Sommer am See" ("This One Summer" auf Deutsch) nicht miteinander klarkommen. Ich möchte noch einmal betonen, dass die Geschichte an sich ganz gut ist, aber meine Befürchtungen bezüglich Mariko Tamaki haben sich leider bestätigt, das ist so die große Enttäuschung der Nacht gewesen.
4) Heutige Lieblingsszene?
Auch die stammt aus "Ein Sommer am See" - die Szene, in der Roses Mutter ihre Heldentat (den Sprung ins Wasser, um jemanden zu retten) aufarbeitet, die Szene ist richtig stark.
5) Das schönste/ interessanteste Cover, das du heute bei jemandem gesehen hast? (gerne auch bei dir selbst)
6) Hast du heute einen neuen Manga bei einem anderem Teilnehmer entdeckt?
Leider nein. Ist leider so, wenn man als langjähriger Leser und Mann bei einer Frauenversammlung dabei ist - entweder ich kenne den Titel schon oder noch nicht, aber er ist wirklich nicht meins.
7) Ein Manga, den es noch nicht hierzulande zu kaufen gibt, der aber eurer Meinung nach auf Deutsch/ Englisch herausgebracht werden sollte? (Gerne auch mehrere nennen)
Ich hoffe ja, ich bin nicht der einzige, der zu dieser Frage was schreiben kann... Aber was auf jeden Fall hier in Deutschland fehlt, ist Glass Mask. Das ist ein Manga, verglichen mit dem "Skip Beat" nur billiger Abklatsch ist, ein Manga, der eine ganze Generation geprägt hat, wie es später nur Sailor Moon schaffen konnte und einer, der sich nicht um Zielgruppen schert, sondern einfach gut ist.
Damit ist auch diese Lesenacht beendet. Ich hoffe, euch hat es hier Spaß gemacht, ansonsten ist hier wieder Ruhe bis zum nächsten Mal!














Also "This one summer" sieht jetzt erstmal nicht so interessant aus auf dem ersten Blick, aber mal schauen was du so darüber berichten kannst ;)
AntwortenLöschenLiebste Grüße,
Vivka
Hey Baphomehmet,
AntwortenLöschenwie schn, dass du es auch heute wieder einrichten konntest. Da wünsche ich dir mal ganz viel Spaß mit deiner Auswahl.
"This one summer" hat ein wirklich schönes Cover. Ich finde, diese Art von Geschichte kann wirklich in alle möglichen Richtungen gehen, von Comedy über niedliches Slice of Life bis hin zu einem Alltagsdrama oder einer (belehrenden) Geschichte für Kinder. Ich bin mal gespannt, was du uns nachher über das Comic erzählen wirst!
Liebe Grüße
Lena
Eigentlich könnte ich die schreibende Tamaki jetzt schon erwürgen.
AntwortenLöschenKlingt sehr sehr anstrengend ^^ Mal sehen, ob du von deiner Pause zurüc kommst ;)
AntwortenLöschenMein Zitronentee zieht noch, der macht mich hoffentlich wieder munter.
LöschenUiiii lecker *Tee mops*
LöschenDann tanke mal wieder deine Energiereserven auf! :D
AntwortenLöschenOh weh - Ich hab den Manga bis heut nicht gelesen *hüstel*
AntwortenLöschenBin aber nun vorgewarnt - hatte das so aus Kritiken zu dem Manga nie rausgelesen. Kenn aber auch keine anderen Werke von ihr. Daher lass ich mich mal überraschen :D
Les mal Parasyte weiter! Hüpf schon ne Weile um die Reihe herum und weiß nicht, ob ich es wagen soll oder nicht :P
Wage es!
LöschenEin Stück weit sind diese Kritiken ja auch nachvollziehbar - solche Pubertätsgeschichten, wenn denn mal welche in Comicform auftauchen, gehen ja eher in die Richtung eigene Sexualität entdecken, als gäb's nichts anderes. Dieser Comic ist da ein Stück realistischer und verklärt nichts, malt aber auch nicht schwarz.
LöschenDie Trübsal lähmt aber ganz schön.
Also sollte man es nicht in einer Depri-Phase lesen. Okay :P
LöschenAlso ich habe meine eigene Frage vorhin noch beantwortet, als ich die Auswertung fertig gemacht habe :D Konnten leider wirklich nur die wenigsten etwas zu sagen. Von Glass Mask habe ich (natürlich^^) noch nie etwas gehört, aber der wird dann wohl mal nachgeschaut.
AntwortenLöschenSchön, dass du dabei warst!
Edit: Gerade nachgeschaut und ich kenne es doch! Allerdings unter dem japanischen Namen. :D Habe den Anime und den Manga auf meiner To-Watch/Read-Liste
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